Percy GREG: Jenseits des Zodiakus
Der Bericht einer Reise nach dem Mars,
dechiffrirt, übersetzt und herausgegeben
von Percy Greg

NACHDRUCK der 1882 in 4 Bänden erschienenen einzigen deutschen Ausgabe (Berlin: Kogge & Fritze) im NEUSATZ in einem Band.
(Across the Zodiac. The Story of a Wrecked Record.
London, Trübner & Co., 1880, 2 Bde.)
Lüneburg, Dieter von Reeken, 2008
ISBN 978-3-940679-12-3
324 Seiten, Vorwort, Reproduktionen, Hardcover mit Lesebändchen
(laminierter Pappband, gerundeter Rücken, Kapitalband), Euro 30,00 [D]

AUTORENPORTRAIT

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Der mäßig erfolgreiche englische Schriftsteller und Journalist Percy Greg (1836–1889) schrieb sich mit »Across the Zodiac« (1880), seinem einzigen utopisch-phantastischem Werk, in die Annalen der Science Fiction ein. Die Handlung des Romans spielt überwiegend auf dem Mars, umrahmt von der Anreise des namenlosen Helden im selbstgebauten Raumschiff »Astronaut«, dessen Antrieb vermittels der von ihm entdeckten »Apergie«-Kraft erfolgt, und einer kurzen Herausgeberfiktion, in der Greg erzählt, wie er an das Manuskript gelangte.
Nach 45-tägiger Reise landet der Held sanft auf dem Nachbarplaneten, schläft sich erst einmal richtig aus und geht dann los, gerüstet mit Schwert und Flinte, um sich von den Einheimischen über die marsianische Zivilisation aufklären zu lassen. Voller Erstaunen muss er feststellen, dass die Martier ihm zuerst gar nicht wohlwollen und auch seinen Angaben misstrauen, er käme von der Erde. Nur einem zufällig vorbeikommenden Gutsbesitzer verdankt er seine Rettung. In dessen Haus erfährt er nicht nur alles über die viele Jahrzehntausende umfassende Geschichte der Marskultur, ihre Sprache, Gesetze und sonstigen Einrichtungen und technischen Fortschritte, sondern auch das Geheimnis einer Oppositionsgruppe (oder Sekte), die dem vorherrschenden Egoismus der Einheimischen eine auf altruistischen Grundlagen fußende »menschliche« Lebensweise entgegensetzen will.
Mit der Tochter seines Retters erlebt der Erdenmensch eine lange und glückliche Liebes-beziehung, in deren Verlauf sie zusammen den Mars bereisen, in politische Intrigen verwickelt werden, ausführlich die Lebensgewohnheiten und Rituale der Bevölkerung teilen und mehrfach um ihr Leben kämpfen müssen.
Gregs ausführliche Beschreibung dieser Geschehnisse ist (natürlich) nicht mehr ganz taufrisch, dennoch liest sich der Roman flüssig und die spannenden Abenteuerelemente verhindern, dass die an alte Reiseutopien angelehnte Beschreibung der Geschichte und Rechtsverfassung des Mars zu trocken und weitschweifig werden.
Da von diesem frühen Marsroman bisher nur eine einzige (und seit Jahrzehnten auch antiquarisch nicht mehr erhältliche) deutsche Ausgabe erschien, kann man die Neuausgabe bei Dieter von Reeken gar nicht genug rühmen. Die wie immer saubere Edition mit einem gut lektorierten Neusatz, diversen Faksimiles und einem kurzen Vorwort steckt diesmal auch noch in einem festen Einband (plus Lesebändchen!) und gehört eigentlich in jede gutsortierte Science-Fiction-Sammlung.

--Horst Illmer (05/2008)