

AUTORENPORTRAIT
HÖRPROBE (.mp3 - 2,31 MB)
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(Deutschsprachiges Hörbuch - Autorisierte Hörfassung)
Textbearbeitung: Hannelene Limpach
Sprecher: Maria Schrader
Regie: Guido Heidrich
Produktion: Steinbach Sprechende Bücher, 2007
Schwäbisch Hall, Steinbach Sprechende Bücher, 10/2007
ISBN 978-3-88698-267-7
5 CDs, 45 Tracks, 360 Minuten
24,90 Euro [D]
Originaltitel der literarischen Vorlage:
SARAHS SCHLÜSSEL
(Elle s'appelait Sarah. Paris, Editions Héloïse d'Ormesson, 03/2007)
Aus dem Französischen von Angelika Kaps
Berlin, Bloomsbury, 03/2007
ISBN 978-3-8270-0700-1
352 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 19,90 Euro [D]
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Über die Sprecherin:
Maria Schrader wurde am 27. September 1965 in Hannover geboren. Sie studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, brach die Ausbildung aber nach zwei Jahren ab. An der Berliner Schaubühne erhielt sie eine Gesangsausbildung bei Mirka Yemen Dzaris.
In der Spielzeit 1982/83 gehörte sie zum Ensemble des Staatstheaters von Hannover. Es folgten Auftritte in Wien, Venedig und Bonn. Im Jahr 1988 gab sie ihr Filmdebüt in der Komödie »RobbyKallePaul« von Dani Levy, unter dessen Regie sie in insgesamt 11 Filmen auftrat und mit dem sie auch privat einige Jahre lang zusammenlebte.
Für ihre Rolle in »I Was On Mars« wurde sie 1992 mit dem Max-Ophüls-Darstellerpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.
Ihren ersten Erfolge als Filmschauspielerin feierte sie 1993 mit den Komödien »Burning Life« von Peter Welz und Doris Dörries »Keiner liebt mich«. Für ihre Leistung in diesen Filmen erhielt sie 1995 den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin.
Durch ihre Hauptrollen in Kinofilmen wie »Väter«, »Rosenstraße«, »Aimee und Jaguar« (Bayrischer Filmpreis 1998, Bundesfilmpreis Filmband in Gold, Silberner Bär bei den Internationalen Filmfestspiele von Berlin 1999) oder »Meschugge« bekräftigte sie ihren Ruf als eine der wunderbarsten Schauspielerinnen Deutschlands.
2005 führte Schrader erstmals Regie bei der Verfilmung des Bestsellers »Liebesleben« von Zeruya Shalev. Der Film, dessen Drehbuch sie gemeinsam mit Laila Stieler schrieb, kam im November 2007 in die deutschen Kinos.
Maria Schrader hat eine Tochter (* 1998) aus der Beziehung mit Rainer Kaufmann. Sie lebt in Berlin.
Seit dem 1. Dezember 2007 ist Maria Schrader am Schauspielhaus Köln engagiert. Dort ist sie in der Rolle der Véronique Houillé in »Der Gott des Gemetzels« von Yasmina Reza zu sehen.
Das vorliegende Hörbuch hat eines der dunkelsten Kapitel der Nazi-Herrschaft in Frankreich zum Thema: Die große Massenfestnahme französischer Bürger durch die französische Polizei am 16. Juli 1942. Dabei wurden im von den Nazis besetzten Paris fast 13.000 französische Juden, darunter auch rund 4.000 Kinder, durch die Pariser Polizei in einer gut vorbereiteten Nacht-und-Nebel-Aktion im Velodrome d'Hiver (kurz: Vél'd'Hiv) zusammengetrieben und – nach einer Zwischenstation im nördlich von Paris gelegenen Internierungslager Drancy – in deutsche Konzentrationslager deportiert. Nur wenige haben dies überlebt.
In ihrem Roman SARAHS SCHLÜSSEL hat Tatiana de Rosnay diese Zeit im Fokus und beleuchtet sie mit einem fiktiven Einzelschicksal. Sarahs Erlebnisse verknüpft sie mit der fiktiven Geschichte der erfolgreichen Journalistin Julia und der Familie ihres Ehemanns im Paris der Neuzeit.
Sarah, ihre Mutter und ihr vierjähriger Bruder Michel werden im Sommer 1942 durch die Polizeiaktion aus dem Schlaf gerissen. In letzter Minute gelingt es Sarah, ihren kleinen Bruder in einem Schrank vor der Polizei zu verstecken. Sie glaubt zu diesem Zeitpunkt noch fest daran, dass sie schon bald wieder in der Wohnung zurück sein wird. Dass dem nicht so sein sollte, merkt sie erst viel später im Vél'd'Hiv, in dem die Pariser Juden von französischer Polizei für den Weitertransport in Internierungslager der Nazis gesammelt werden. Erst später, in einem Zwischenlager zwischen Paris und Orleans bietet sich Sarah eine Gelegenheit und getrieben von dem Wunsch, ihren kleinen Bruder zu retten, gelingt ihr die Flucht. Den Schlüssel zum Schrank hält sie fest in der Hand ...
Sie wird von einer Familie Dufort aufgenommen und vor den Nazis versteckt. Schon bald wird Sarah bewusst, dass ihr Bruder in seinem Versteck nicht überlebt haben kann und sie fühlt sich schuldig, weil sie ihn zurückgelassen hat ...
Paris, 2002: Julia, eine amerikanische Journalistin, die mit ihrem französischen Mann in Paris lebt, wird von ihrem Chefredakteur auf die Geschichte der 42er Deportationen angesetzt. Erst 1995 hatte Staatspräsident Chirac die Verantwortung der französischen Polizei an den Geschehnissen in den Sommertagen 1942 eingestanden und nun, zum 60. Jahrestag, soll ein entsprechender Artikel erscheinen, wenn möglich mit dem Bericht eines der wenigen Augenzeugen, die aus dieser Zeit sind übrig geblieben sind.
Julia entdeckt, dass die Familie ihres Mannes jahrzehntelang in einer Wohnung gelebt hat, die vor 1942 Juden gehörte. Als sie sich auf die Suche nach der jüdischen Familie macht, ahnt sie nicht, dass dies ihr Leben radikal verändern wird.
Ihre Recherche führt sie zurück in den Sommer 1942, und langsam stellt sich heraus, dass die französische Familie ihres Mannes zu den Profiteuren der Juden-Deportation des 16. Juli 1942 gehört hat und indirekt mit dem Schicksal von Sarah und ihrer Familie verbunden ist.
Dass ihre Erkenntnis die familiären Bindungen belastet, ist absehbar. Die familiären Beziehungen werden noch gespannter, als Julia entdeckt, dass sowohl ihr Mann wie ein Großteil der weiteren Familienmitglieder nichts von den Vorgängen während des Krieges weiß, weil es ihnen immer verschwiegen wurde – oder einfach nichts wissen will. Parallel dazu versucht die Journalistin weiter Sarah oder Verwandte von Ihr zu finden.
Und dass Julia schwanger ist, führt zu einer weiteren familiären Krise. Ihr Mann Bertrand will dieses zweite Kind nicht, sie aber trägt es aus – und die Ehe zerbricht ...
Hier möchte ich die Inhaltsangabe abbrechen – auch wenn meine Beschreibung der Lesung nichts nimmt, da es um intensive Gefühle geht, die in einer Zusammenfassung eben nicht geschildert werden können.
Tatiana de Rosnay hat ein starkes Werk geschaffen, das von Maria Schrader eindruckvoll gelesen wird. Die Gefühlswelt Sarahs und der Journalistin Julia wird von ihr glaubhaft geschildert. Dank ihrer jungen, frischen und sehr wandelbaren Stimme ist diese Sprecherin als Besetzung eine vortreffliche Wahl.
Ich habe diese Produktion bei einer längeren Autofahrt zum ersten Mal gehört und war froh – auch wenn dieser Begriff angesichts der Dramatik der Geschichte sicherlich fehl am Platz ist – , dass die Fahrt für das komplette Hörbuch lang genug war. Nun habe ich die Lesung schon mehrfach gehört und die Geschichte berührt mich immer noch – anderen Hörern wird es sicherlich genauso ergehen.
Die Geschichte springt permanent und sehr gekonnt zwischen der Gegenwart und Vergangenheit hin und her, was das Zuhören spannend und fesselnd werden lässt.
»›Sarahs Schlüssel‹ zeichnet sich durch einen enormen Sog aus... ein Thriller, politisch wie psychologisch, und es ist mit Sicherheit nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn auch auf der Kinoleinwand zu sehen bekommen werden.« Dieser Einschätzung von Lutz Bunk aus der Kulturredaktion des Senders Deutschlandradio kann ich mich nur anschließen.
Die uneingeschränkt hörenswerte Lesung bietet »Kopfkino« der feinsten Art!
--Matthias Werner (02/2008) |
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